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Unwetter mit Sturmspitzen bis 120 km/h

Unwetter mit Sturmspitzen bis 120 km/h

Susanne Huber

Wie zahlreiche Gemeinden im gesamten Bezirk wurde auch unsere Heimatstadt am 10. August 2017 von dem Unwettern in den frühen Nachtstunden getroffen. 

Schon um 21:58 Uhr, während noch heftige Orkanböen und Starkregen über Bruck tobten, erfolgte die erste Alarmierung zu einem Sturmschaden am Leithagürtel in der Innenstadt. In den folgenden Stunden waren insgesamt 15 technische Einsätze zu bewältigen. Mehrere Trupps arbeiteten parallel an den verschiedenen Einsatzorten, die aufgrund eines Stromausfalls fast ausnahmslos im Dunkeln lagen. Unser Kommandant Brandrat Claus Wimmer sorgte für die Koordination und einen reibungslosen Ablauf der einzelnen Szenarien.

Auf unserem gesamten Gemeindegebiet waren durch den Sturm Bäume entwurzelt oder geknickt worden und blockierten die Verkehrswege oder drohten auf die Straße zu stürzen. Der Leithagürtel musste nach der Säuberung der Fahrbahn aufgrund der weiterhin aufrechten Gefährdung durch herabfallende Äste komplett gesperrt werden. Außerdem waren innerhalb des Stadtgebiets mehrere Dächer abgetragen worden, unter anderem von einem Mehrfamilienhaus in einer Wohnsiedlung. Bei diesem fordernden Einsatz waren vier Kameraden unter Einsatz diverser Maßnahmen zur Absturzsicherung mehrere Stunden damit beschäftigt, die losen Dachziegel und den schwer beschädigten Dachstuhl zu entfernen bzw. zu sichern. In einigen Straßen in Bruck wurden PKWs durch die herabfallenden Schindeln oder Dachteile zum Teil erheblich beschädigt.

Auch das Dach eines Umspannwerks der EVN am Stadtrand hatte dem Sturm nicht Stand gehalten. Durch den Regen war dort offensichtlich ein Kurzschluss entstanden, der die Stromversorgung im Großteil der Stadt für mehrere Stunden lahmlegte (siehe auch http://noe.orf.at/news/stories/2859898/). Die provisorische Abdeckung der ca. 200 m2 großen Dachfläche war eine der größten Herausforderungen dieser Nacht, welche unsere ausgerückten Feuerwehrmitglieder bis in die Morgenstunden beschäftigte.

Erst um 5:00 Uhr Früh konnten alle unsere Kameraden von den nacheinander abgearbeiteten Einsätzen einrücken und mit der Reinigung und Versorgung der Geräte die Einsatzbereitschaft wieder herstellen.

Entlang der A4 Ost Autobahn kam es in der Nacht ebenfalls zu erheblichen Behinderungen durch umgestürzte Bäume und herumliegende Äste. Wir bedanken uns für die rasche und unbürokratische Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Fischamend, die sofort die Aufräumarbeiten gemeinsam mit der Asfinag übernahm. Erst nach stundenlangen Arbeiten unter anderem unter Einsatz von Schneepflügen konnte die Verkehrssicherheit für zumindest einen Fahrstreifen wieder hergestellt werden. Kilometerlange Staus auf der Autobahn stellten auch die Autolenker auf die Probe und sorgten für eine Verschärfung der Situation.

Bis zur Beendigung des letztes Einsatzes in der Früh war auch die Bezirksalarmzentrale Bruck im Feuerwehrhaus besetzt. Aufgrund des hohen Notrufaufkommens während und nach den Unwettern übernahm diese die eingehenden Anrufe und die Alarmierung der einzelnen Feuerwehren. Insgesamt wurden in der Nacht auf Freitag in unserem Bezirk rund 120 Einsätze bearbeitet.

Auch im Laufe des Freitags waren Einsätze zur Beseitigung der Sturmschäden zu verzeichnen: Wir waren wiedr vornehmlich mit dem Freimachen von Verkehrswegen beschäftigt.

Das Unwetter hat auf zahlreichen Liegenschaften in Bruck zum Teil erhebliche Beschädigungen verursacht. Wir bitten an dieser Stelle um Verständnis, dass wir nicht alle Ansuchen um Hilfeleistung erfüllen können. Der gesetzliche Auftrag sieht für die Freiwilligen Feuerwehren lediglich die Verhinderung und Beseitigung von Gefahren auf öffentlichem Grund vor. Ist keine Gefahr im Verzug, bzw. für Aufräumungsarbeiten auf Privatgrund, sind die lokalen Gewerbebetriebe gefordert. Für die nächsten Tage und Wochen stehen in unserer Bezirkshauptstadt sichtlich umfangreiche Aufräum- und Reparaturarbeiten an.

Einsatzdaten:

Ort: Bruck an der Leitha
Einsatzdauer: 7 Stunden

Eingesetzte Mannschaft: 12 Feuerwehrmitglieder
Einsatzleiter: BR Claus Wimmer
Fahrzeuge: 
1 Rüstlöschfahrzeug RLF-A 2000 / 
1 Tanklöschfahrzeug TLF-A 4000/200 / 1 Drehleiterfahrzeug DL-K 23/12 / 1 Versorgungsfahrzeug VF / 1 Kommandantenfahrzeug

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